Blog – Herz & Verstand
Reflexionen – Impulse – Erfahrungen
Dieser Blog startete mit der Neuauflage meiner Homepage im Mai 2026. Es ist eine wachsende Sammlung von Beiträgen, Reflexionen, Impulsen und Erfahrungen rund um tiefgreifende Themen des Lebens: Als Hingabe an das Leben selbst.
Jeder Beitrag ist ein Wegabschnitt: manchmal ein stiller Waldpfad, manchmal eine Lichtung voller Klarheit, manchmal ein anspruchsvoller Parcours, der neue Fähigkeiten fordert und stärkt.
Die Beiträge kreisen um Fragen, die viele Menschen bewegen – und die selten einfache Antworten haben:
Wer bin ich – und wer will ich sein?
Wie gelingt Veränderung, ohne sich selbst zu verlieren?
Wie treffe ich Entscheidungen, die wirklich zu mir passen?
Was brauche ich, um klarer, wirksamer und stimmiger zu leben?
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Bodenlose Kommunikation
Warum eine harmlose Nachricht Angst auslösen kann „Haben Sie um 14 Uhr kurz Zeit? Ich würde gern sprechen.“ Ein Satz. Sachlich, höflich, professionell. Und dennoch kann er für zwei Mitarbeitende etwas völlig Unterschiedliches bedeuten. Die eine Person liest ihn, bestätigt den Termin und arbeitet weiter. Die andere verbringt die nächsten Stunden in gedanklicher Alarmbereitschaft: War da ein Fehler? Gibt es Ärger mit einem Kunden? Ist das Budget betroffen? Steht eine Veränderung im Unternehmen bevor? Geht es um den eigenen Arbeitsplatz? Um 14 Uhr stellt sich vielleicht heraus: Die Führungskraft möchte demjenigen ein neues Projekt anvertrauen. Eine gute Nachricht. Nur: Bis dahin sind womöglich Stunden an Konzentration, Energie und innerer Ruhe verloren gegangen. Und oft nicht nur bei der betroffenen Person, sondern im ganzen Team!!! Die naheliegende Reaktion wäre: Dann schreiben…
Warum Reife wichtiger ist als der „richtige” Führungsstil
Vor zehn Jahren war Command & Control out. Empathische Führung in. Heute? Zu weich. Zurück zu Klarheit und Struktur. Morgen? Wer weiß. Und Führungskräfte stehen dazwischen – verunsichert, genervt, erschöpft – und fragen sich: „Was ist denn jetzt richtig?” Die Antwort ist: Beides. Und keins davon – immer. Nach 20 Jahren Führungsverantwortung – als Vertriebsleiter, Vorstand, heute als Executive Coach – weiß ich: Die Frage ist nicht, welcher Führungsstil der richtige ist. Die Dogmatisierung von Führung Führung ist zur Ideologie geworden. In den 90ern: „Führung heißt Kontrolle.” Klare Hierarchien. Ansagen. Durchgriff. In den 2000ern: „Führung heißt Empowerment.” Coaching. Delegation. Vertrauen. In den 2010ern: „Führung heißt Empathie.” Emotionale Intelligenz. Psychological Safety. New Work. Und jetzt, Mitte der 2020er? „Führung heißt wieder Klarheit.” Weil zu viel Empathie zu…
Macht, Mythos und Markt: Was spirituelle Funktionsträger wirklich waren – und was das für uns heute bedeutet
Der Druide war Richter, Astronom – und politische Bedrohung. Rom hat ihn verboten und er wurde ausgelöscht. Wenn Sie heute durch das Internet scrollen, begegnen Ihnen Angebote: Schamanisches Führungscoaching. Human Design im Recruiting. Krafttier-Workshops für Executives. Quantenheilung für mehr Klarheit im Alltag. Manche dieser Angebote kommen mit professionellem Branding, überzeugenden Testimonials und Preisen, die signalisieren sollen: Das hier ist ernstzunehmen. Und vielleicht fragen Sie sich – rational, datenaffin, mit Jahrzehnten Führungserfahrung im Rücken – ob Sie etwas verpassen. Oder ob Ihr Unbehagen berechtigt ist. Ich behaupte: Beides ist möglich. Gleichzeitig. Dieser Artikel ist kein Angriff auf Spiritualität. Er ist eine Einladung zur Differenzierung – der Kompetenz, die Sie in jedem anderen Kontext selbstverständlich einsetzen. Spirituelle Autorität war immer politisch…
Freitag ist Freutag
Warum Führungskräfte aufhören sollten, den Freitag zu verwalten und anfangen sollten diesen zu feiern. Es ist Freitagmittag. Die Woche neigt sich dem Ende zu. Was tun Sie als erstes? Die meisten Menschen, die ich kenne – Führungskräfte, Selbstständige, Menschen mit Verantwortung – öffnen in diesem Moment entweder ihre To-do-Liste oder ihr Postfach. Sie schauen, was noch offen ist. Was nicht geschafft wurde. Was auf Montag wartet. Das ist verständlich. Das ist professionell. Das ist – in gewisser Weise – auch vernünftig. Aber es ist nicht vollständig. Denn es gibt eine andere, viel wichtigere Frage, die man sich an einem Freitagmittag stellen sollte: Was hat mich diese Woche gefreut? Nicht: Was habe ich erreicht? Nicht: Was war produktiv? Nicht: Was kann ich abhaken? Sondern: Was wurde mir geschenkt? Und dabei geht es auch, aber nicht nur um Dinge. Ich feiere den Freitag seit einiger…



